Rückblick: Personelle Veränderungen in der Pfarrei Hl. Edith Stein

Borna (16./30.10.2022). Nach über fünf Jahren wirken als Kaplan in den katholischen Ortsgemeinden Borna und Geithain der Pfarrei Hl. Edith Stein, feierte Thomas Wiesner am Sonntag, dem 23. Oktober 2022, seinen letzten Gottesdienst. Er wechselt zum 1. November in die Pfarrei St. Paulus nach Greiz. Der ostthüringische Teil des Bistums Dresden-Meißen ist dem gebürtigen Wilsdruffer (52) nicht ganz unbekannt, war er doch bereits vor seiner Zeit in Borna/ Geithain als Diakon in der Pfarrei St. Elisabeth in Gera tätig. Seinen, wenn auch etwas kurzen, Lebensabschnitt im Leipziger Land vergleicht er zum Abschied mit einem Getreidekorn, das ausgesät und über die vergangenen Jahre gepflegt wurde. „Als noch nicht ganz erntereife Ähre“, so hofft er, „konnte ich vielleicht schon hier und da ein paar reife, neue Körner abgeben“. Mit Kaplan Wiesner verließen auch Benediktinerpater Ansgar Orgaß und Gemeindereferentin Sabine Bley das Pfarreiteam. Beide waren in der Ortsgemeinde Wechselburg tätig.

Neu im geschrumpften Team um Pfarrer Dietrich Oettler ist offiziell ab 1. November Pfarrer Markus Johannes Scholz. Der gebürtige Zwickauer (56) wechselte aus der Pfarrei St. Barbara von Riesa nach Borna und soll die Menschen in den beiden nördlichen Gemeinden seiner neuen Pfarrei seelsorgerisch betreuen. Die Willkommensgottesdienste feierte Pfarrer Scholz bereits am darauffolgenden Wochenende, am 29./30. Oktober, in Bad Lausick, Geithain und Borna.

Die Begrüßung des gebürtigen Zwickauers in Borna übernahm Annett Teichmann, OKR-Vorsitzende, mit folgenden Worten: „Lieber Herr Pfarrer Scholz, wir freuen uns. Ein nahtloser Übergang, so sieht es aus unserer Sicht aus […]: Vorige Woche die Verabschiedung vom Kaplan (Thomas Wiesner), diese Woche die Begrüßung von Ihnen. Normalerweise sagt der Volksmund: ‚Jedem Neuanfang wohnt ein Zauber inne.‘ Möge der Zauber und die Farbe lange anhalten, irgendwann kommt der graue Alltag. Herzlich Willkommen in dieser Gemeinde.“

PM: Philipp Ramm-Kokot

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„Ich bin humorig und nicht verbissen.“
Das BSJ im Gespräch mit dem katholischen Pfarrer Markus Scholz

Borna (13.12.2022). Anfang November trat Pfarrer Markus Scholz seinen Dienst in der katholischen Pfarrei Hl. Edith Stein Limbach-Oberfrohna an. Wie die Ortsangabe schon aussagt, befindet sich der Hauptsitz der katholischen Pfarrei in Limbach-Oberfrohna. Vor einigen Jahren machte es die Strukturreform der katholischen Kirche im Bistum Dresden-Meißen notwendig, dass auf Grund schwindender Mitgliederzahlen einige Pfarreien zusammengelegt werden mussten. Somit gehören zur Pfarrei die Gebiete Borna, Frohburg, Regis-Breitingen und Geithain, Bad Lausick. Markus Scholz war in den wenigen Wochen seines Dienstes schon oft unterwegs. Schmunzelnd berichtete er uns, dass er nach seinen Terminen, die ihn bis in die Abendstunden beschäftigten, oftmals Mühe hatte, die richtige Abfahrt an den sich ständig ändernden Wegführungen, der sich im Bau befindlichen A72, zu finden.

Borna ist nun der Wohnort des katholischen Geistlichen. Er gibt offen zu, noch wenig von der großen Kreisstadt kennengelernt zu haben. In jedem Fall wäre er aber daran interessiert, seine evangelischen Kollegen in den jeweiligen Orten seines Wirkens kennenzulernen.

Ökumene ist für den aus Zwickau stammenden Pfarrer nicht nur ein Wort. „Wissen Sie, wir sind hier in der Diaspora einfach zu wenig Christen, so dass es doch nur gut werden kann, wenn wir zusammenarbeiten“, so Pfarrer Scholz, der zugibt, dass ihn der Mitgliederschwund in den Gemeinden traurig stimmt. Oftmals ist es ein falsch verstanden werden oder eine fehlende Kommunikation, resümiert der fest im katholischen Glauben stehende Mann.

Sein Weg zum katholischen Pfarrer führte ihn zunächst über ein Studium der Elektrotechnik in Mittweida zu Arbeit in Dresden und Erlangen. Als gebürtiger DDR-Bürger und aus einem katholischen Elternhaus stammender gläubiger Mann, wurde ihm, wie so vielen, der Weg zum Abitur verweigert. Somit lernte der Geistliche das Kämpfen um seine Ziele. Er legte ein Technisches Abitur ab, bevor er den Weg zum Studium der Elektrotechnik beschritt. Eine schwere Herzklappenentzündung brachte ihn dazu, sein Leben neu zu überdenken.

Die Vorstellung, als Priester tätig zu sein, habe ihn schon lange begleitet, jedoch hatte er sich bis zu diesem Zeitpunkt in seinem Leben nicht dazu berufen gefühlt, diesen Pfad auch zu beschreiten. Sein Weg des intensiven Reflektierens führte ihn schließlich zum Priesterseminar der Deutschen Bischofskonferenz in Rheinland-Pfalz.

2013 wurde Markus Scholz zum Priester geweiht. Seine erste Pfarrstelle trat er in Leipzig-Reudnitz an. Danach ging seine Mission zwei Jahre nach Meißen und anschließend war er zwei Jahre lang leitender Pfarrer in Riesa. Letzteres Amt gab der Theologe aus gesundheitlichen Gründen auf.

Auf die Stelle in Borna habe er sich gefreut und schon der freundliche Empfang sowohl der Gemeindemitglieder als auch des Oberbürgermeisters bestätigten ihm, dass seine Entscheidung, hier in Borna Fuß zu fassen, richtig war. Borna liegt in der prosperierenden Region Leipzig, welche eine hohe Strahlkraft in Sachsen besitzt.

Durch seinen Lebensweg ist Pfarrer Markus Scholz ein Mann, der sehr gut zuhören kann und auch vermag Zwischentöne wahr zu nehmen. „Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit sowohl mit meinen Gemeinden, des Pfarramtes als auch der evangelischen Gemeinden und bin gespannt, wen ich noch alles kennen lernen darf“, so der uns auf Anhieb sympathische Geistliche.

Text: Robert Krause
Mit freundlicher Genehmigung des Bornaer Stadtjournal, www.druckhaus-borna.de/die-stadtjournale/bsj
Foto: Robert Krause

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Videos von der katholischen Pfarrei Hl. Edith Stein gibt es im Internet unter: www.youtube.com/@KathKircheBorna

Fotos: Philipp Ramm-Kokot

Weitere Kurzgeschichte(n) aus dem Leben der Gemeinde Borna/ Frohburg befinden sich in der Chronik.