Rückblick: Pfarreineugründung in Limbach-Oberfrohna

Limbach-Oberfrohna (17.05.2020). Am vergangenen Sonntag, dem 10. Mai 2020, gründete Bischof Heinrich Timmerevers die neue katholische Pfarrei Hl. Teresia Benedicta vom Kreuz – Edith Stein, unter dem Leitwort: „Jesus spricht: ‚Habt Mut! Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.'“, mit Sitz in Limbach-Oberfrohna. Damit wurden die bisherigen Pfarreien St. Joseph Borna, St. Benno Geithain – Bad Lausick, Mariä Unbefleckte Empfängnis Limbach-Oberfrohna, St. Laurentius Mittweida und Heilig Kreuz Wechselburg der seit 1. Januar 2015 vorangegangenen, gemeinsamen Verantwortungsgemeinschaft aufgehoben. Die neue Pfarrei ist flächenmäßig eine der größten im Bistum Dresden-Meißen, in ihr leben etwa 3.700 Katholiken. Pfarrer Dietrich Oettler leitet die neue Großpfarrei. Weitere Mitglieder im Pastoralteam sind Kaplan Thomas Wiesner, der Wechselburger Benediktinerpater Ansgar Orgaß OSB sowie die Gemeindereferenten Sabine Bley und Thomas Gömbi.

Eigentlich sollte die Pfarreineugründung mit Bischof Timmerevers und einem großen Festgottesdienst gefeiert werden. Angesichts der Corona-Virus-Pandemie beschränkte sich diese Neugründung vorerst auf den formalen Rechtsakt, der feierliche Gottesdienst wird voraussichtlich am 4. Oktober nachgeholt. Für den neuen leitenden Pfarrer erteilte der Bischof eine Dispens, damit dieser sein Amt auch ohne die übliche öffentliche Einführung antreten konnte.

PM: Philipp Ramm

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Katholische Gemeinde neu gegründet

Borna (30.05.2020). Den Artikel >> Katholische Gemeinde Borna geht in neuer Großpfarrei auf weiterlesen.

Mit freundlicher Genehmigung der Leipziger Volkszeitung, www.lvz.de/borna

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Zum Neustart eine Ikone
Mit Edith Stein als neuer Pfarrpatronin sind die Katholiken aus Borna, Geithain – Bad Lausick, Limbach-Oberfrohna, Mittweida und Wechselburg in ihre gemeinsame Zukunft gestartet. In der Pfarrkirche in Limbach-Oberfrohna soll künftig eine Ikone der Heiligen ihren Platz finden.


Diese Ikone, geschaffen von der Gemeindereferentin Sabine Bley, wird ihren Platz in Limbach-Oberfrohna finden.

Limbach-Oberfrohna (31.05.2020). Vor beinahe zehn Jahren hat Sabine Bley die orthodoxe Tradition der Ikonen-Malerei für sich entdeckt. In verschiedenen Klöstern hat die Wechselburger Gemeindereferentin an Kursen teilgenommen, die ihr die Maltechnik und die geistliche Dimension des Ikonen-Schreibens – so die einschlägige Bezeichnung – näherbrachten.

Beim Fertigen einer Ikone kommt es weniger auf Einfallsreichtum an, erfuhr sie dabei. Ikonenmaler fertigen in der Regel Kopien an. Mit ihrer Arbeit öffnen sie sich der Glaubens- und Erfahrungswelt der Christen, die vor ihnen das gleiche Bildmotiv bearbeitet haben. „Eine Ikone zu malen, ist wie ein Gebet“, sagt Sabine Bley.

Ausdruck eines facettenreichen Lebens

Den Vorschlag von Pfarrer Dietrich Oettler, eine Ikone der Pfarrpatronin zu schaffen, hat sie gerne aufgegriffen. „Hl. Teresia Benedicta vom Kreuz – Edith Stein“ lautet der vollständige Name der Pfarrei. Er greift den Ordensnamen und den bürgerlichen Namen der 1998 heiliggesprochenen Karmelitin auf, unter deren Patronat sich fünf sehr unterschiedliche Gemeinden zusammenfinden.

Sabine Bley war es wichtig, die vielfältigen Facetten in Edith Steins Leben ins Bild zu bringen: Ihre jüdischen Wurzeln, symbolisiert durch den Davidsstern, ihr christliches Leben im Symbol des Kreuzes. Der Stacheldraht weist auf ihr Martyrium hin. Der Text auf der Schriftrolle weist sie als Philosophin und Mystikerin aus und schafft einen Bezug zum Leitwort der neu gegründeten Pfarrei: „Jesus spricht: ‚Habt Mut! Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.'“ Edith Stein habe sich zeitlebens als Suchende nach der Wahrheit verstanden, als junge Frau bezeichnete sie sich selbst als Atheistin. „Sie passt also bestens in unsere Region“, findet die Ikonenmalerin. Fasziniert habe sie die Ordensfrau schon lange, zur Edith-Stein-Expertin sei sie auch nach Fertigstellung des Bildes längst nicht geworden.

Wechselburger speisen gerade mit Edith Stein

Ein wichtiger Schritt der Annäherung sei die Ikone durchaus gewesen. Sabine Bley hat dabei nicht nur auf eine Darstellung zurückgegriffen, sondern Elemente mehrerer Edith-Stein-Ikonen zusammengefügt, die sie im Internet fand. Nachdem sie zunächst zu Hause mit der Arbeit an dem Bild begann, brachte sie es im März 2020 bei einem Ikonen-Kurs unter Leitung von Elisabeth Rieder im bayerischen Benediktinerkloster Niederaltaich zur Vollendung. Gegenwärtig begleitet Edith Stein sie bei den täglichen Tischlesungen mit den Benediktinern in Wechselburg. Die Mönche hören bei ihren Mahlzeiten gerade Edith Steins „Autobiografische Schriften einer suchenden Frau“.

Seit einigen Tagen ist ein Termin für die feierliche Pfarreineugründung in Limbach-Oberfrohna festgelegt, die am 10. Mai nur als Verwaltungsakt vollzogen werden konnte. Im Festgottesdienst am 4. Oktober wird Bischof Heinrich Timmerevers auch die Ikone segnen, die in der Pfarrkirche in Limbach-Oberfrohna fortan an die Patronin erinnern wird.

Text: Dorothee Wanzek
Mit freundlicher Genehmigung der Kirchenzeitung Tag des Herrn, https://aussicht.online/tag-des-herrn
Foto: Sabine Bley

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Videos von der katholischen Pfarrei Hl. Edith Stein gibt es im Internet unter: www.youtube.com/@KathKircheBorna

Foto: Jürgen Bahr / Video: MDR (10.05.2020)

Weitere Kurzgeschichte(n) aus dem Leben der Gemeinde Borna/ Frohburg befinden sich in der Chronik.