Rückblick: Sternsinger brachten Segen, erbaten Spenden und hatten manch unerwartete Begegnung

Borna (18.01.2026). Die Lieder sind verklungen, die Häuser gesegnet und die Spendenbüchsen gefüllt. Die Sternsingeraktion 2026 der katholischen Gemeinde St. Joseph Borna und ihrer evangelischen Nachbargemeinden ist vorbei. Gekleidet als Heilige Drei Könige und deren Sternträger waren etwa 70 Mädchen und Jungen, unterstützt von ihren erwachsenen Begleitern, vom 27. Dezember 2025 bis 10. Januar unterwegs. Sie brachten in 21 Kleingruppen unzählige Male den Weihnachtssegen „Christus mansionem benedicat“ – „Christus segne dieses Haus“ als Kreidezeichen „20*C+M+B+26“ zu den Menschen. Dabei machten sie auch auf das Unrecht aufmerksam, dass Millionen Kinder auf der Welt arbeiten müssen, anstatt zur Schule zu gehen. Nach Auszählung aller Spendenbüchsen kam ein vorläufiges Endergebnis in Höhe von 9.732,65 EUR zusammen.

Die Sternsinger absolvierten in den zwei zurückliegenden Wochen einige offizielle Segensbesuche bei öffentlichen Institutionen mit den obligatorischen Pressefotos. Beispielsweise am Dreikönigstag, dem 6. Januar, mit den Segensbesuchen bei Landrat Henry Graichen am Landratsamt, an der Außenstelle des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, bei Oberbürgermeister Oliver Urban am Rathaus und bei Superintendent Jochen Kinder an der Stadtkirche in Borna. Oder am 10. Januar mit dem Segensbesuch beim sächsischen Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft Georg-Ludwig von Breitenbuch an seinem Wahlkreisbüro in Borna. Aber vor allem hatten sie viele Begegnungen bei den Menschen vor Ort, auch manch unerwartete. Von einer davon kann die Gruppe um Begleiter Lukas Ramm berichten. Sternsingen ist für sie eigentlich Routine: Namensliste mit Voranmeldungen erhalten, Adressen aufsuchen, Segen bringen, Kinderrechte stärken, Spenden erbitten. Aber was passiert, wenn es zu einer Namensverwechslung kommt?

Bereits zur letztjährigen Aktion besuchten die Sternsinger laut Namensliste eine junge Frau in Lobstädt. Sie wirkte zwar aufgrund des Besuches überrascht, trotzdem wurden die Mädchen und Jungen freundlich zu deren Segensbesuch empfangen. Was die Kinder zu diesem Zeitpunkt nicht wussten, sie hatten bei der falschen Adresse geklingelt. In diesem Jahr stand der Name wieder auf der Liste. Allerdings schien die Gruppe diesmal von der jungen Frau erwartet zu werden. Sie hatte gerade ihre Haare gewaschen, als sie die Tür öffnete und ein Handtuch auf dem Kopf trug. „Da passe ich ja mit dazu“, sagte sie lachend zur Begrüßung der kleinen Könige. Sie hatte ihre unerwarteten Gäste nicht vergessen. Erst im Nachhinein stellte sich heraus, dass der Name auf der Liste einen Schreibfehler hatte und dadurch zwei Jahre lang die falsche Person besucht wurde. Doch den Segen Gottes für das neue Jahr zu den Menschen zu bringen, hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Und so werden die Sternsinger wahrscheinlich auch nächstes Jahr wieder bei der „falschen“ Adresse mit einem Segensbesuch vorbeischauen.

Unter dem Motto „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“ stand ein besonders wichtiges Thema im Mittelpunkt der 68. Aktion Dreikönigssingen: Millionen Kinder auf der Welt müssen arbeiten, um zum Lebensunterhalt ihrer Familien beizutragen. Sie haben keine Zeit, um zur Schule zu gehen. Im Fokus stand Bangladesch. Dort arbeiten viele Kinder in Werkstätten, auf Märkten oder in Textilfabriken. Partnerorganisationen des Kindermissionswerkes „Die Sternsinger“ helfen vor Ort, Kinder aus der Arbeit zu holen und ihnen wieder Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Sie unterstützen Familien, damit diese ohne die Mitarbeit ihrer Kinder auskommen können, und setzen sich gegenüber Behörden und Arbeitgebern für die Rechte der Kinder ein.

PM: Philipp Ramm-Kokot

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Fotos: Andreas Schulz, Anna-Sophie Kupper, Brigitte Laux, Heidelinde Wutzler, Michael Weber, Philipp Ramm-Kokot & Weronika Weber

Weitere Kurzgeschichte(n) aus dem Leben der Gemeinde Borna/ Frohburg befinden sich in der Chronik.