Rückblick: Religiöse Kinderwoche in Borna

Borna/Geithain (18.08.2024). Vor über 800 Jahren begrüßte der Hl. Franziskus von Assisi alle Menschen, denen er begegnete, mit „Pace e bene“ – „Frieden und Heil“. Dieser Gruß war auch das Leitwort der Religiöse Kinderwoche 2024 der katholischen Gemeinden St. Joseph Borna und St. Benno Geithain – Bad Lausick. Jeden Tag lernten mehr als 30 Kinder, Jugendliche und deren Betreuer, vom 29. Juli bis 2. August, neue Aspekte aus dem Leben von Franz und seiner „Schwester im Geiste“ Klara in Borna kennen. In den täglichen Anspielen wurden die Teilnehmenden von den zwei Ministranten Lukas & Willi auf ihrem Weg zur Internationalen Ministrantenwallfahrt nach Rom, vom 28. Juli bis 3. August, zu einem Besuch in Assisi, an fünf besonderen Orten der italienischen Kleinstadt, mitgenommen.

Tag 1: „Die Not bleibt draußen“
Am Montag erfuhren die Teilnehmenden, dass Franz in einer bürgerlichen Kaufmann-Familie bzw. Klara in einer adligen Ritter-Familie des Mittelalters aufwuchsen und armen Menschen nur am Rande begegneten. Beide waren gut versorgt, hatten eine gute Bildung erhalten und ihr zukünftiger Lebensweg war fest verplant. Wie sah das Leben der Menschen im Mittelalter aus? In zwei altersgerechten Kleingruppen befassten sie sich mit dieser Frage und schlugen einen Bogen zu ihren eigenen Familien.
Jeder Tag begann mit einer Morgen- und Liederrunde in der Kirche. Neben den thematischen Gruppenarbeiten am Vormittag stand vor allem Spiel & Spaß im Mittelpunkt der RKW. Besonders die Seilbahn im Garten erfreute sich wieder großer Beliebtheit. Nach dem Mittagessen, das in dieser Woche eine „italienische“ Geschmacksnote erhielt, konnten sich die Mädchen und Jungen dem Tagesthema noch einmal kreativ nähern: Beim Nähen von Herzen mit verschieden-artigen, bunten Stoffen. Die Stoffe bzw. Kleidung der beiden Hauptfiguren waren in diesen Tagen auch bildhafte Begleiter. Das erste Schaubild zeigte sie mit ihren schönen Kleidern. Das Tagesende bildete die Abschlussrunde in der Kirche und das anschließende Vesper.

Tag 2: „Der Sehnsucht folgen“
Am Dienstag erfuhren die Teilnehmenden, dass Franz und Klara ihre bisherigen Leben als begrenzt empfanden und sie auf der Suche nach einem selbstbestimmten Lebensweg waren. Sie erfuhren vom Entschluss sich von ihren Elternhäusern zu trennen und ihrer Sehnsucht nach einem erfüllten Leben mit Gott nachzugehen. Das zweite Schaubild zeigte die beiden Hauptfiguren, wie sie ihre kostbare Kleidung ablegen und nur einfache Gewänder tragen. Kreativ konnten die Kinder und Jugendlichen ihre eigenen Sehnsüchte/ Wünsche auf Fließen bunt verewigen oder einfache, kleine Lederbeutel mit Zugschnur gestalten.

Tag 3: „Die Armut beschenkt neu“
Am Mittwoch erfuhren die Teilnehmenden, dass Franz und Klara in Solidarität mit den Ärmsten und Kranken lebten. Genau wie die Bibelerzählung von der Aussendung der Jünger durch Jesus gingen beide in die Welt, entsagten allem Besitz und taten Gutes. Sie lebten in frei gewählter Armut. Dem Unterschied zwischen verschiedenen Armutsformen und welchen „Gewinn“ die freiwillige Armut bringen kann, gingen die Mädchen und Jungen in den Kleingruppen nach. Die kreative Vertiefung zum Thema bot die Gestaltung eines „Freundeskreis“-Leuchters aus Ton. Das dritte Schaubild zeigte die beiden Hauptfiguren in Ordensgewändern mit leeren, aber offenen Händen.

Tag 4: „Die Liebe greift um sich“
Am Donnerstag erfuhren die Teilnehmenden, dass Franz und Klara für die Sorgen und Nöte aller Menschen erreichbar und ansprechbar waren – unabhängig der sozialen und gesellschaftlichen Herkunft. Sie lebten vor, was es bedeutet, mit allen Menschen auf Augenhöhe zu sein und sich als Teil einer Menschheitsfamilie zu verstehen. Das vierte Schaubild zeigte die beiden Hauptfiguren in geflickten Ordensgewändern, zusätzlich trägt Franz einen Vogel auf einer Hand und Klara hält Brote in ihren Händen. Der Ausflug am Nachmittag in den Kletterwald Lützen bot für Klein und Groß eine Gelegenheit, selbst zu erleben mit anderen auf „Augenhöhe“ zu sein, Hand in Hand zu gehen, sich gegenseitig zu unterstützen. Eine schöne Abwechslung von den Kletterstrapazen war vor allem für die Jüngsten auch ein kurzer Abstecher in den angrenzenden Tierpark.

Tag 5: „Mit Gott im Herzen leben“
Am Freitag erfuhren die Teilnehmen, dass Franz und Klara stille Zeiten und das Alleinsein mit Gott liebten. Sie lebten bewusst in der engen Verbindung von Stille und Welt, Gottsuche und Menschliebe. Im Rahmen einer Stationenarbeit lernten die Mädchen und Jungen verschiedene Formen des Betens kennen: Das Schreiben von freien Gebeten bzw. Fürbitten, das Betrachten von Bildern in einem Raum der Stille, das Tanzen oder das Gestalten von einfachen Rosenkränzen. Das fünfte Schaubild zeigte die beiden Hauptfiguren in ihren Ordensgewändern mit zum Beten erhobenen Händen und sie umgebenden Heiligenscheinen. Ein RKW-Naturquiz (passend zum naturverbundenen Franziskus) läutete den Wochenabschluss am Nachmittag ein. Mit viel Spiel & Spaß ging eine spannende RKW zu Ende und jeder durfte sich über einen Taukreuz-Anhänger als Andenken freuen.

Ein Fotoalbum von der Religiösen Kinderwoche 2024 gibt es unter: www.facebook.com/kath.jugend.borna

Anspiele und Projekte von vergangenen Religiösen Kinderwochen der Gemeinde Borna/ Frohburg gibt es im Internet unter: www.youtube.com/@KathKircheBorna

Foto: Saskia Facciolati / Video: Philipp Ramm-Kokot

Weitere Kurzgeschichte(n) aus dem Leben der Gemeinde Borna/ Frohburg befinden sich in der Chronik.